Buchtipp des Monats der Pfarrbücherei

Mira Magén
Zu blaue Augen

Die israelitische Schriftstellerin erzählt vom Suchen und Finden des Glücks im Privaten. Mit ihrem feinfühligen Verständnis für die Menschen und ihren Schwächen gehört sie zu den großen Erzählerinnen ihres Landes. Es handelt sich um einen lebendigen Familienroman, eine Liebesgeschichte, die Mira Magén für die 77 jährige Heldin Hannah Jonah erfindet. Nebenbei zeigt die Schriftstellerin auch die miserable Sozialpolitik und den ungebremsten Bauboom in Jerusalem auf.

Wichtige Personen des Romans sind die drei ledigen Töchter der Protagonistin, deren 7 jährige Enkelin und ihrer rumänischen Pflegerin. Indem die Erzählperspektive ständig wechselt, bleibt die Autorin ihren Figuren dicht auf der Spur. Der Leser sieht mit deren Augen, entdeckt deren inneren Antriebsfedern und versteht ihre Hilflosigkeit. Das Buch ist eine gekonnte Mischung aus skurriler Fröhlichkeit und zarter Melancholie in faszinierender Sprache geschrieben.
Eine wunderbare Hommage an das Leben!