Buchtipp des Monats der Pfarrbücherei

Bernhard Schlink
Olga

B. Schlink, Jurist, ist 1944 geboren ."Der Vorleser" hat ihn zu einem international bekannten Schriftsteller des Landes gemacht.

Sein Thema ist Psychologie, so auch in seinem neuen Roman"Olga". In diesem Buch verwebt der Autor Erdachtes mit der Realität. Herbert Schröder Stanz, der die Nordostpassage in der Arktis erkunden wollte und mit dem Leben bezahlt hat, ist das historische Vorbild für Herbert, einen der Protagonisten in der Geschichte. Der Roman gliedert sich in 3 Teile. Erster Teil beschreibt das Leben Olgas bis ins hohe Alter. Sie erlebte beide Weltkriege, eine Flucht und den Verlust vieler ihr nahestehenden Menschen. Zweiter Teil wird aus der Ich-Perspektive einer männlichen Figur erzählt, dessen Leben stark von der älteren Olga geprägt wird. Dieser sucht, selbst in höherem Alter, nach Briefen und Karten die Olga immer wieder postlagernd an Herbert schickte. Und der dritte Teil ist gefüllt mit jenen, lange nach dem Tod der Verfasserin aufgetauchten Briefen und gibt einen nahezu intimen Blick auf die Beziehung der beiden Liebenden.

Erst mit den Briefen klärt sich das Geschehene der ersten beiden Teile. Olgas Leben war der Zeit voraus, sie war freigeistig und selbstbestimmt in einer Zeit in der Frauen nicht viel Spielraum blieb. In einem Interview sagt Schlink, er habe viele solche Frauen kennengelernt und will ihnen in seinem Romanen ein Andenken setzen.

Das Buch ist nicht nur eine außergewöhnliche Liebes- und Lebensgeschichte. Es gibt auch Zeugnis darüber, das Bildung ein extrem wichtiges Gut ist, um das es sich zu kämpfen lohnt und, dass uns überzogene Träume das wahre Leben rauben können.. Das alles, in typischen "Schlink-Sätzen" geschrieben, prägnant, schnörkellos, emotional, sehr empfehlenswert!